April 2019: Monatsrückblick

„Alles neu macht der Mai…“ Aber erstmal rekapitulieren wir noch einmal den April. Kinotechnisch hat Avengers: Endgame alles in den Schatten gestellt. Aber wir haben es dennoch geschafft, ein wenig über den Tellerrand hinaus zu schauen. Vorhang auf!

GESEHEN

Im Kino

Jenny:

Kalte Füße (2018)

Dieser deutsche Film sah schon vom Trailer her unfassbar unterhaltsam sind. Nur meistens ist es bei solchen Sachverhalten dann so, dass die besten Szenen bereits im Trailer verbraucht werden. Dies war so gar nicht der Fall, es gab noch so einige Lacher mehr. Insgesamt war es eine gute deutsche Komödie, die natürlich auch ein paar Klischees bediente, aber das anhaltende Lachen der Rentner in den hinteren Reihen sprach für sich. Definitiv sehenswert und ein Daumen nach oben für diesen Film. Heiner Lauterbach spielt einen richtig guten Opa nach einem Schlaganfall. Trotz vieler Lacher thematisiert der Film auch die Frage nach der Pflege Angehöriger, obwohl die Tochter des Patienten, eine vielbeschäftigte Anwältin, leider etwas zu kurz kommt und es letztlich nur um seine Enkelin geht. Meiner Ansicht nach haben jedoch zunächst einmal die eigenen Kinder die Pflicht sich zu kümmern und dann erst die Enkel. Kalte Füße streift dieses Thema jedoch nur, er soll eher unterhalten.

Monsieur Claude 2 (2019)

Diesen Film haben wir gleich in großer Gruppe zur Preview geschaut. Auch hier gab es einige Lacher. Allerdings bemühte der Film einige Witze aus dem ersten Teil erneut und blieb auch ansonsten hinter diesem zurück. Witzig, definitiv, aber im direkten Vergleich zum ersten Teil verliert er deutlich. Und auch der einen Tag zuvor gesehene Kalte Füße wusste deutlich mehr zu unterhalten. Zum Popcornessen (Bestes Popcorn der Welt) war der Film aber bestens geeignet.

After Passion (2019) 

Zunächst war es als Spaß geplant diesen Film zu schauen. Wie witzig das werden würde, da meine Kollegin neben mir lebhaft mit Kopfschütteln und Augen rollen den Film kommentierte, konnte ich vorher nicht ahnen.

Der Plot: Unschuldiges Mädchen verliebt sich in Bad Boy, der, obwohl er es sonst nicht so mit Beziehungen hat, auch Gefühle entwickelt, sich aber selbstverständlich trotzdem wie ein Arsch aufführt. Klassisches Klischee, so weit, so gut. Auch wenn der Film definitiv kein 50 shades ist, finde ich FSK 0 nicht in Ordnung. FSK 12 wäre meiner Meinung nach schon angemessen gewesen, schon allein, da Jüngere viele Inhalte des Films nicht richtig einordnen können. Der Film an sich war nicht grottig, aber nun auch nichts Besonderes, wobei die Hauptdarsteller gut harmonieren. Für die ganzen Nahaufnahmen hätte man sich mit den Tattoos von Hardin mehr Mühe geben können. Der Soundtrack ist aber überragend. Hier hat mich jedes einzelne Lied mitgerissen. Letztlich war es gutes „Popcornkino“, wie meine Chefin sagen würde. Seicht, aber nichts Spektakuläres. Trotzdem zieht einen die Geschichte von Tessa und Hardin in den Bann. Letztlich suchte ich nun auch die Buchreihe. Werbeopfer: check. Der Film und das Mitfühlen während diesem sind definitiv schuld daran. Und nachdem ich mich in den Büchern öfter mal über die Hauptfiguren und ihre Verhaltensweisen aufrege, muss ich sagen, gibt der Film einem ein besseres Gefühl. Lovestory, die Frauenherzen höher schlagen lässt.

31. Filmfest Dresden – International Short Film Festival

Ganz spontan hatten Annabelle und ich die Möglichkeit zum Filmfest Dresden zu gehen. Hier schauten wir uns einen der Kurzfilmwettbewerbe an. Insgesamt wurden an dem Abend 6 Kurzfilme gezeigt, im Anschluss Gespräche mit den Machern geführt und dann sollte das Publikum über den besten abstimmen. Manche der Kurzfilme waren eher verstörend und man hat sich gefragt, was der Autor einem nun damit sagen wollte. Zuweilen zweifelte man am geistigen Zustand der Verantwortlichen. Letztlich fiel es mir schwer mich zwischen meinen zwei Favoriten Sealand (2018) (ein Animationsfilm über einen Deserteur, der in der Utopie erkennen muss, dass es auch dort nicht nur friedvoll ist) und Ohne euch (2018) (eine zerrüttete Familie wird zusammen gebracht, um den Familienhasen zu beerdigen) zu entscheiden. Beide waren sehr gut, sowohl inhaltlich als auch handwerklich. Der Abend war eine interessante und neue Erfahrung und definitiv unterhaltsam.

Dumbo (2019)

Das Realremake des Disneyfilms warb schon früh mit einem unheimlich süßen animierten Elefantenbaby. Und es ist Disney. Was kann man damit schon falsch machen? Ich ging also mit einer Freundin, die Disney liebt. Seit meiner letzten Disneyerfahrung mit Der Nussknacker und die vier Reiche (2018) war ich jedoch skeptisch. Auch dieser hatte mich nicht mehr so gefesselt wie frühere Disneyproduktionen. Im Vergleich war Dumbo aber wieder ein besserer Film, gut gemacht und auch für Kinder süß und ansprechend. Allerdings muss ich ketzerisch eingestehen, dass mich solche Disneyfilme einfach nicht mehr wirklich ansprechen und anheben. Vielleicht bin ich dafür einfach zu alt, auch wenn man eigentlich für Disney niemals zu alt ist. Nichtsdestotrotz ein schöner Film. Jetzt bin ich aber gespannt auf die Realremakes von Aladdin (Mai 2019) und dem König der Löwen (Juli 2019).

Avengers: Endgame (2019) (#no spoiler!)

Episch. Lohnenswert. Lang, aber es kommt einem nicht so vor. Dramatisch. Gefühlsachterbahn. Großes Kino. Tränen. Lacher. Nichts für Leute mit schwacher Blase, da Länge 3 Stunden. Ich rannte bei Abspannbeginn zur Toilette, habe aber zum Glück ganz marveluntypisch keine Endcreditszene verpasst. Das hätte wohl aber auch nicht zum Abschluss gepasst. Meiner Meinung nach hat Marvel hier groß aufgefahren und dass die Massen in die Kinos rennen, ist völlig berechtigt. Ich war so froh, ihn gleich zur Mitternachtspreview gesehen zu haben und damit sämtlichen Spoilern zuvor gekommen zu sein. Spoiler ist ja in der heutigen Zeit eh ein Topthema. Dass man deshalb allerdings zu körperlicher Gewalt greifen muss, fernab jeglicher Realität. In dem Film passiert so einiges, ich muss ihn irgendwann noch einmal schauen. Aber lange war ich nicht so unfassbar gefesselt von einem Film und das auch noch nachts 0-3 Uhr. Dicke, dicke Empfehlung und für Marvelfans natürlich ein Muss! Hätte ich ihn nicht sofort geschaut, hätte ich sehnsüchtig all die Massen beobachtet, die unser Kino fluten. So kann ich mich entspannt der Apokalypse aufgrund des Besucheransturms widmen. 😉

Der Fall Collini (2019) (Achtung Spoiler!)

Ach, Ferdinand von Schirach. Das ist eigentlich Garantie für guten juristisch angehauchten Stoff. Hier nicht. Ich habe das Buch nicht gelesen, habe mich aber bei einer meiner besten Freundinnen rückversichert, dass es auch nicht besser war als der Film. Wo soll ich anfangen? Als Laie mag der Film, und auch das haben mir Kollegen bestätigt, einen gut mitnehmen und auch nicht zu rechtslastig daher kommen. Es soll ja auch Kino für die breite Masse sein. Als Jurist konnte ich ob der vielen Klischees zeitweise nur den Kopf schütteln. Es beginnt schon damit, dass Elyas M‘Barek als junger Anwalt völlig unerfolgreich ist und seine erste Pflichtverteidigung daher zwingend annehmen muss. Klischee über Klischee. Als er dann noch als einziger mit Robe zur Vorbesprechung auftaucht und die alten Hasen im Gericht per Handschlag begrüßt, konnte ich nicht mehr. Schon im Referendariat lernt jeder, dass es so am Gericht nicht abläuft, aber so war die Szene filmisch natürlich ansprechender. Spätestens als die Jahreszahl 1944 auf dem Bildschirm erschien, war klar, dass es auf Nationalsozialisten hinausläuft. Und ich habe mich unweigerlich gefragt, warum. Schirach, das kannst du besser. Im Raum standen ein Familiendrama, Selbstmord durch Auftrag (nicht terminologisch richtig) aufgrund von Firmen-/Aktienproblemen oder sonstiges. Aber es musste ja ein nationalsozialistischer Hintergrund sein. Natürlich ist die Frage der Bestrafung bzw. korrekt gesagt der Nichtbestrafung ein relevantes Thema und auch die Diskrepanz zur Schwere und der Verjährung der Taten nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem hat Schirach mich in seinen anderen Werken mehr mitgenommen. Allen voran bei „Terror“. Nichtsdestotrotz stellt er wieder einmal gekonnt heraus, dass zwischen Recht und Gerechtigkeit Welten liegen (können) und das dies für Nichtjuristen oftmals schwer nachvollziehbar ist. Wer hätte Collini am Ende freigesprochen? Ich bin ein klarer Gegner von Selbstjustiz, schon allein da hatte Collini für mich verloren. Menschlich kann man ihn verstehen, durchaus, juristisch nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Die schauspielerischen Leistungen sind allerdings hervorragend und sie bringen auch den realen Zwist zwischen den alteingesessenen Juristen und den Neulingen gut zum Ausdruck. Hier wurde sich eines sehr zutreffenden Klischees bedient! Trotzdem nehme ich Elyas M‘Barek den Junganwalt nicht ab. Dafür habe ich ihn vielleicht bereits in zu vielen nicht seriösen Rollen gesehen. Hainer Lauterbach hat mich erneut, wie auch in „Kalte Füße“, begeistert. Er war so richtig Juraprofessor mit Nase ganz weit oben. I like!

Insgesamt war der Film gut gemacht, so als seichte Unterhaltung mit tiefgreifenden Fragen. Ich hatte mir, wie gesagt, mehr erhofft. Für mich war allerdings wieder einmal klar, wie sehr ich Jura liebe und schon allein dafür hat sich der Film mehr als gelohnt. Aber ich empfehle klar die anderen Werke von Schirach, da kommt sein Können um einiges besser zum Ausdruck.

 

Annabelle:

Maria Stuart – Königin von Schottland (2018) 

Ein Glück, dass ich es noch geschafft habe, diesen Film im Kino zu sehen. Ich fand ihn überragend gut, bin aber auch ein Fan von solchen Historiendramen und generell von der Figur der Maria Stuart. Mit der Geschichte Englands und Schottlands hab ich mich spätestens seit Diana Gabaldons Highland-Saga immer wieder auseinandergesetzt und auch von der schottischen Königin hatte ich bereits ein klares Bild im Kopf, nicht zuletzt dank Stefan Zweigs umfangreicher Biographie Maria Stuart (1935) und der amerikanischen Serie Reign (2013-2017). Letztere hat zwei wirklich gute erste Staffeln hervorgebracht, irgendwo zwischen Staffel drei und vier habe ich dann aber letztendlich den Durchblick verloren in diesem einzigen Gewimmel von Figuren und Intrigen. Im Vergleich zur Serie bleibt der Film viel näher an der Realität und zeigt meiner Meinung nach das eigentlich Interessante an der Figur der Maria Stuart – die unausweichliche Abwärtsspirale hin zu ihrer Hinrichtung im Jahr 1587 und ihre lebenslange, zwiespältige Beziehung zu ihrer manchmal-Rivalin, manchmal-Verbündeten Elisabeth I., Königin von England. Es ist die Geschichte zweier starker Frauen, die versuchen, ihren Weg zu gehen in einer von Männern regierten Welt. Und die Männer kommen dabei gar nicht gut weg. 😉 Saoirse Ronan kannte ich bisher nur von der Coming-of-Age-Tragikomödie Lady Bird (2017) und war daher erst skeptisch, sie ist jedoch die perfekte Besetzung für Maria Stuart und auch Margot Robbie in der Rolle der Elisabeth fand ich weltklasse. 

Monsieur Claude 2 (2019) 

„Drei Kanacken und ein Schwarzer! Für Deine Eltern ist das schlimmer als Fukushima.“

Das Sequel des allgemein beliebten Films Monsieur Claude und seine Töchter (2014) war für mich der Auftakt zu einem sehr Familienfilm-lastigen Kinomonat. Ein Auftakt, der meiner Meinung nach viel Potenzial nach oben lässt. Denn was mir an diesem Film tatsächlich gefallen hat, war eigentlich das ganze Surrounding, die Freunde, mit denen ich da war, der wundervolle Saal 1 in unserem Lieblingskino und naja, Franzi neben mir, mit der ich immer wieder irritierte Blicke ausgetauscht habe. Denn, ganz ehrlich, herzhaft lachen wie die anderen Besucher musste ich zu keiner Zeit. Der Film lebt von der Reproduktion aller möglicher Stereotype, sei es Geschlecht, Hautfarbe, Ethnie, Religion, Sexualität… klar, das war zu erwarten. Aber SO plakativ uns oberflächlich? Ich hatte gehofft, dass dieser zweite Teil es schafft, seine Witze etwas feinfühliger, tiefgründiger und intelligenter zu verpacken. Aber nö! Die Devise lautet eher: Auf Teufel komm raus witzig sein. Oder welche Rolle sollte eigentlich die Figur des afghanischen Flüchtlings spielen, der im Schuppen der Verneuils wohnt? Ich schätze, seine Daseinsberechtigung bestand vor allem darin, immer mal wieder ein paar Gags am Rande zu liefern und gipfelte in der Szene, als er missverständlicherweise mit Kettensäge in der Hand auf eine der Töchter und ihren asiatischen Mann (der eh schon unter Verfolgungswahn litt) losrennt. So witzig. (Nicht.) Ach ja, wundert es wen, dass der Handlungsstrang mit dem Flüchtling völlig ins Leere verläuft? Keine Ahnung, woher er eigentlich kam und was mit ihm geschieht. 

Franzi:

Monsieur Claude 2 (2019)

Mit der Political Correctness muss man es nicht immer ganz so genau nehmen, finde ich. Vor allem in der Kunst herrscht grundsätzlich erstmal Narrenfreiheit – nur sollte diese dann auch geschickt eingesetzt werden, und sich nicht in Altbekanntem, Vorhersehbarem ergehen. Leider geschieht dies so in dieser Fortsetzung, die eher stumpfe, billige Gags einsetzt als böse-lustige Spitzen. Sowohl das wohl unverzichtbare Feelgood-Ende als auch der komödiantische Weg dahin ließen mich eher kalt. Dennoch gibt es für diesen Film ein Publikum – das bin nur leider nicht ich.

Der Fall Collini (2019)

Jenny’s juristische Einordnung und Kritik ist meinen Eindrücken, die sich auf eine völlige Laienzuschauersicht beziehen, definitiv vorzuziehen. Ich kann diesem Justizdrama nur attestieren, dass es mich nicht gelangweilt und stellenweise überrascht hat, und dass der aufgezeigte moralische Konflikt auch mich beschäftigt hat. Ebenso kann ich nur Gutes über Elyas M’Barek sagen, der mir vorher etwas suspekte Teenieschwarmschauspieler leistet hier solide, gar sympathische Arbeit.

Avengers Endgame (2019)

Das Marvel Cinematic Universe gipfelt in einen bombastischen Endkrieg, und ich bin gerührt, wie der Film dabei dem Zuschauer zeitgleich in ruhigeren, nostalgischen Momenten all die Jahre, die er selbst schon in diesem Filmkosmos verbracht hat, vorführt. Ein würdiger Abschluss für den Avengers-Plot, und damit auch ein Abschied von Charakteren, der diesen gerecht wird. Ich wünschte nur, es gäbe nun nicht noch weitere Marvel-Filme in diesem Universum, zumindest nicht so bald. Man soll schließlich aufhören, wenn’s am schönsten ist – und ich habe den Verdacht, dass das Genre Superheldenfilm erstmal etwas ruhen und Kräfte sammeln sollte, um hier nur ansatzweise ranzukommen. 

 

Gesneakt

Annabelle:

Das Familienfoto (2019)

Ein weiterer französischer Familienfilm, der jedoch seine Geschichte viel subtiler erzählt als Monsieur Claude. Es geht um eine zerrüttete Familie, deren Mitglieder allesamt irgendwie verkorkst sind und die eigentlich nur durch die noch-Anwesenheit der senilen Großmutter zusammengehalten wird. In dem Versuch, der Großmutter den letzten Wunsch zu erfüllen, kommen vor allem die drei Kinder – die aufgrund der Trennung der Eltern nicht nur getrennt voneinander sondern auch voller Skepsis und Missgunst gegeneinander aufgewachsen sind – sich auch emotional wieder näher. Das Familienfoto ist nicht so sehr auf Witz getrimmt wie Monsieur Claude 2, sondern ein Film der bewegenden und emotionalen Sorte. Trotz vieler Lacher ist es eher Drama als Komödie und die Story und Figuren erscheinen so viel komplexer und ausgereifter. Als hätte Frankreich nur eine mütterliche Schauspielerin, sieht man übrigens auch hier Chantal Lauby in der Rolle der Mutter. 

Under the Tree (2019) 

Zuletzt gab es dann noch einen isländischen Familienfilm, der, so würde ich behaupten, „typisch isländisch“ sehr viel mehr Skurrilität und Absurdität einbaut – auf eine gute Art und Weise! Er hat mich in seiner ganzen Machart an Gegen den Strom (2018) erinnert, den ich auch schon absurd-unterhaltsam fand. Under the Tree hat es aber auf die Spitze getrieben und ich saß oft einfach nur mit aufgerissenen Augen und Hand vorm Mund da und dachte: „Das macht sie jetzt nicht wirklich!?“ Die Themen sind ernst, es geht um den Tod eines Sohnes, den anscheinend niemand in der Familie verarbeiten kann, um die zerbrechende Beziehung des anderen Sohnes, der seine Tochter nicht mehr sehen darf und sie daher mitunter auch mal aus dem Kindergarten entführt und um einen Nachbarschaftsstreit, der so episch eskaliert, dass am Ende nicht nur der Hund der Nachbarn sein Leben opfern muss… 

 

Sofasichtungen

Franzi:

Am Strand (2017)

In ruhigen, kraftvollen Bildern erzählt dieser Film eine Geschichte, die wehtut, aber gleichzeitig wunderschön und anrührend ist. Wie eine verklemmte Gesellschaft sich in den Verunsicherungen einen jungen Paares manifestiert, wie diese versuchen, sich zu befreien und dennoch scheitern müssen – Am Strand ist eine Wucht und bereits jetzt ein Glanzpunkt meines Filmjahres.

Mid90s (2018)

Mich hat dieser Film glücklich gemacht. Ich hab mich zurückversetzt gefühlt in meine Jugend. Nicht, weil dieser Skaterfilm oberflächlich betrachtet meiner eigenen entspricht (ich habe keine wilden Parties gefeiert, in Skateboardshops und Parks abgehangen und bin betrunken Auto gefahren). Aber weil er mich an diese Rastlosigkeit erinnert hat, dieses Gefühl, dass man noch soviel ausprobieren und für sich entdecken kann. Der Wunsch nach Zugehörigkeit. Der Fakt, dass man erwachsen wird, noch so weit weg. Mich hat Mid90s komplett abgeholt, aber wer noch eine ganz andere Meinung zu Jonah Hill’s Regidebüt möchte, dem sei hiermit Annabelles Statement im Monatsrückblick März 2019 ans Herz gelegt.

Annabelle

Das Nest – Tatort Folge 1092 (28. April 2019) 

Wenn ein neuer Dresden-Tatort herauskommt, der auch noch bei uns im Kino Premiere gefeiert hat, können wir natürlich nicht nicht darüber schreiben. Also hab ich als Tatort-Laie mich Sonntag Abend hingesetzt und mir das Ding angesehen. Er fängt an wie ein waschechter amerikanischer Teenie-Horrorfilm: Ein junge Frau hat einen Verkehrsunfall auf einer einsamen Straße mitten in der Dresdner Heide. Natürlich ist es mitten in der Nacht, kein Mensch weit und breit. Sie läuft also zu einem heruntergekommenen, alten Haus auf der Suche nach Hilfe (anscheinend war der Akku vom Smartphone leer?). Als ihr niemand öffnet, geht sie (natürlich!) einfach rein und beobachtet, wie ein Typ, den man nur von hinten sieht, dabei ist, einen anderen Typen, der auf einer Art O.P.-Tisch liegt, umzubringen. Sie rennt weg und informiert die Polizei, ab hier übernimmt dann das junge Ermittlerinnenduo des Dresdner Tatorts, Karin Gorniak und Leonie Winkler. 

Die ganze Zeit über bewahrt der Film diese düstere Psychothriller-Atmosphäre und auch, wenn der Zuschauer schon recht zeitig „Bescheid weiß“, wer der Mörder ist, bleibt es unheimlich spannend. Wie die meisten deutschen Filme wirkt auch dieser Tatort manchmal viel zu konstruiert, aber insgesamt finde ich ihn unterhaltsam und gut gemacht. Außerdem mag ich die Schauspieler sehr gern (auch wenn ich Martin Brambach seinen sächsischen Dialekt so gar nicht abkaufe!). Hier lässt sich auch ein interessanter Bogen zu Jennys Text über den Fall Collini spannen, denn am Ende wird auch in diesem Tatort das moralisch schwierige Thema der Selbstjustiz aufgeworfen. 

 

Serien, das bessere Kino?

Jenny:

Game of thrones (Staffel 8)

Wenn sich alle Welt für 1,5 Monate Skyticket zulegt, dann liegt dies an der letzten Staffel GoT. Nachdem ich im Schnelldurchlauf kurz zuvor erst die siebte Staffel geschaut hatte, kann ich nun gar nicht schnell genug die neuen Folgen schauen. So setze ich mich sogar noch vor der Arbeit hin, um up to date zu sein und Spoilern zu entgehen. Dies war mir bislang egal. Aber nachdem die erste Folge eher lahm war, macht die zweite Lust auf mehr und man freut sich auf die letzten Paar Folgen. Zugleich ist man aber auch etwas wehmütig, da die Serie dann endet. Ich bin gespannt, was noch passiert, kann diese Serie aber einfach nur empfehlen. Sie ist ein Kult und man redet mit Freunden, Familie und Bekannten darüber.

Annabelle:

Jane the Virgin (Staffel 4) 

Letztes Jahr, während ich gerade meine Masterarbeit geschrieben habe, hab ich die ersten drei Staffeln dieser wunderbaren Serie gesuchtet und im April kam nun endlich in Deutschland Staffel 4 auf Netflix heraus. Die ganze Machart hebt sich meiner Meinung nach völlig von anderen Serien ab und ist daher mal etwas anderes. Deshalb liebe ich an Jane the Virgin gar nicht so sehr das was erzählt wird, sondern wie. Zunächst ist die Serie selbst aufgebaut wie ein Buch und jede Episode ist ein neues Kapitel. Es gibt einen Erzähler, der das Geschehen permanent pseudo-kritisch und ironisch kommentiert und den Zuschauer an die Hand nimmt und mit Hilfe von Hashtags, Zeichnungen und Erklärungen zum Verständnis des (manchmal echt verrückten) Geschehens beiträgt. Die Serie lebt von Selbstreferenzialität, Wortspielen und Wortneuschöpfungen. Vermeintlich kitschig wie sie aufgrund des Telenovela-Formats anmutet zu sein, hat sie doch auch eine tiefere, intellektuelle Ebene. Mir als Literaturwissenschaftlerin gefällt die Interetextualität und wie sie dem Zuschauer auch hermeneutische Konzepte wie das des magischen Realismus näher bringt. Und wenn es um Isabel Allendes Das Geisterhaus (1982) geht, gibt der Erzähler dem Zuschauer mit auf den Weg: „Ihr Debütroman. Weltweiter Bestseller. Übersetzt in 37 Sprachen. Unbedingt lesen!“ (Staffel 4, Folge 6) Dem kann ich nur zustimmen. 🙂 Auch die Titelfigur Jane ist selbst Autorin und geht mit ihren Buchprojekten durch gute und (viel öfter) schlechte Zeiten. Während meiner Masterarbeits-Phase war sie daher sowas wie mein Leidensgenossinnen-Alter-Ego. 

 

GELESEN

Jenny:

Rivers of London (2011) von Ben Aaronovitch hatte ich bei einer Freundin abgegriffen, als diese bei sich aussortiert hat. Ein Buch auf Englisch, welches zudem in London spielt? Da sage ich nicht nein, egal worum es geht. Grundsätzlich folgt man im Buch Peter Grant, einem Polizisten bei der MET, der erkennt, dass er ein Magier ist. Das Buch verknüpft folglich Polizeiarbeit und magische Hilfe. Als ich es in der Hand hielt und als Teaser las „What would happen if Harry Potter grew up and joined the Fuzz“, erwartete ich einiges, wurde jedoch enttäuscht. Auch wenn das Buch vergleichsweise kurz ist mit rund 380 Seiten, passierte nicht wirklich viel. Die Geschichte ist eher unspektakulär und auch wenn es in London spielt, ist man nicht wirklich vor Ort. Kurzum: das Buch hat mich nicht gepackt. Auch wenn es weitere Teile gibt, habe ich kein Bedürfnis, diese zu lesen. Auch wenn es um Magie, Morde und Beziehungen geht, konnten diese Bestandteile nicht wirklich viel ausrichten, um das Buch interessant zu gestalten. Es war keine Zeitverschwendung, aber es war eher flach und nichts sagend.

After Passion & After Truth von Anna Todd (2015)

Hat sie nicht getan? Oh doch. Nachdem ich den Film im hauseigenen Kinosaal mit einigen Kolleginnen gesehen hatte, wurde ich neugierig, da eine von ihnen meinte, im Buch wäre der männliche Protagonist Hardin noch schlimmer. Und wie ich ja schon sagte, ich bin ein Sucker für dramatische Liebesgeschichten. Also nahm ich mir gefühlt drölf Jahre nach dem Erscheinen der Afterserie als Hinterweltler in diesem Bereich dann auch einmal das erste Buch zur Hand. Marketingstrategie geglückt. Und was soll ich sagen? Glücklicherweise habe ich Band 1 und 2 zusammen gekauft, denn ich bin süchtig. Kein Wunder also, dass ich den ersten Teil nach nicht einmal 2 Wochen durch hatte. Diese Reihe hat mich gepackt, wie damals Harry Potter und Twilight. Nicht viele Bücher konnte ich nicht mehr aus der Hand legen, sodass ich mir dafür sogar Nächte um die Ohren schlage. Von Freunden und Bekannten weiß ich, dass ich nicht das einzige „Opfer“ der Buchreihe bin, dem es so ergeht. Echt verrückt. Auch wenn man sich an manchen Stellen fragt, warum der Autorin nichts frisches eingefallen ist und sie vieles wiederholt und die Hauptfiguren einen zuweilen auch jeglichen Nerv kosten, kann ich nicht anders als diese Reihe suchten. Ich möchte unbedingt wissen, wie die Liebesgeschichte um Tessa und Hardin ausgeht. Da sieht man auch über stilistische Schwächen und fragwürdige Ausdrucksweisen hinweg. Das Buch ist definitiv mehr 50 shades als der Film. Und wenn ich Zuhause lese, dann stört sich auch niemand daran, dass ich zuweilen laut „ob du behindert bist?“ frage.

Den zweiten Band soeben aus der Hand gelegt, muss ich meinen Gedanken Ausdruck verleihen. An vielen Stellen hat mich auch dieses Buch ob seiner Wiederholungen aufgeregt. Trotzdem konnte ich es erneut nicht aus der Hand legen. Ich stelle mich auch ganz klar auf die Seite des Bad Boy Hardin und kann seinen Widersacher bzgl. Tessa nicht ausstehen, obwohl Hardin echt harter Tobak ist zuweilen. Der hat echt ein riesiges Aggressionsproblem und ich möchte ihn anschreien, dass er sich doch bitte raffen möge oder sich schon einmal einen guten Anwalt sucht. Letztlich hat mich das Buch mit einem guten Gefühl hinterlassen. Ich weiß aber auch, dass dieses der dritte Band wieder einreißen wird. Mir wäre die Beziehung, die beide führen, echt zu viel Drama und zu anstrengend, aber das ist nun einmal der Stoff für die fesselnden Liebesgeschichten. Und man liest es gerne, kann im echten Leben aber so etwas von drauf verzichten. Ich bin gespannt wie es für die Hauptfiguren weitergeht und was am Ende der Buchreihe auf die Leser wartet.

Annabelle

Das Bernsteinteleskop (2000) von Philip Pullman 

Endlich habe ich es geschafft, diesen dritten Band der Trilogie, die mit Der Goldene Kompass (1995) eigentlich recht vielversprechend angefangen hat, zu beenden. Auf den letzten hundert der immerhin 590 Seiten, kamen alle Handlungsstränge zusammen, deren Unverwobenheit mich die ganze Zeit schon genervt hat. Einige dieser Handlungsstränge waren echt schön, die Vorstellung davon, wie Parallelwelten unserer Welt aussehen, die sich an irgendeinem Punkt einfach völlig anders entwickelt haben, ist etwas total interessantes. Aber die Welt der Toten war so gar nicht meins, da war mir permanent kalt beim Lesen. Insgesamt ist es kein Buch, was mich sonderlich mitreißen konnte oder beschäftigt hat und wird wahrscheinlich inhaltlich schon in ein paar Wochen wieder völlig aus meinem schlechten Gedächtnis verschwunden sein. 

Franzi:

The Song of Achilles (2011) von Madeline Miller

Dieses Buch ist mir beim Stöbern auf Goodreads begegnet. Da die griechische Epik mit ihren Halbgöttern, Fabelwesen und Schlachtfeldern mir nicht unbedingt vertraut ist – normalerweise bin ich in der realitätsnahen Belletristik zu Hause – hätte ich es wohl ohne eine Empfehlung nicht begonnen. Aber aufgrund überzeugender Kritiken lieh ich es in der Bibliothek aus und war binnen Minuten hineingesogen in die Handlungen um Achilles und Patroclus. Neben einer Liebesgeschichte wird hier auch auf Stolz, Heldentum, Moral eingegangen – und damit eine tiefere philosophische Ebene unter die zweifellos spannende, actionreiche Hauptgeschichte gewoben.

Leere Herzen (2017) von Juli Zeh

Genauso schnell las ich mich durch Leere Herzen – nachdem ich schon ihr Unterleuten unterhaltsam und gesellschaftlich gut beobachtet fand, überzeugte mich auch dieser Roman komplett. Es geht um eine Agentur, die suizidale Menschen an Institutionen vermittelt, die mit deren Opfer auch etwas anfangen können – das sind terroristische Zellen ebenso wie Umweltradikale. Ein Buch, dass aktuell ist und Überlegungen über Politik, Gesellschaft und Gewalt miteinander verwebt? Das konnte mir eigentlich nur gefallen, und so ist es auch.

On Chesil Beach (2007) von Ian McEwan

Schon in meiner Kritik zu Am Strand war ich ja hellauf begeistert – dies ist die Romanvorlage zum Drama. Wer ein herzzerbrechendes, zum Grübeln anregendes Buch sucht, das auf gerade mal 200 Seiten mehr über das Leben erzählt als so mancher dicker Wälzer, dem kann ich dieses hier nur empfehlen. Besonders, da hier die Charaktere durch Rückblendungen und die Möglichkeit, direkt zu lesen, was in ihren Köpfen vorgeht, noch dichter und vielfältiger werden.

Bad Blood. Secrets and Lies in a Silicon Valley Startup (2018) von John Carreyrou

In einem sprachlich schnörkellosen, nüchternen Stil erzählt Wall Street Journal – Reporter Carreyrou eindrücklich von dem Silicon Valley „Unicorn“ Theranos, einem mit Milliarden bewertetem Start-Up der Medizinbranche, welches sich durch eine charismatische Gründerin und einflussreiche Netzwerke Unmengen an Investmentsummen sicherte – unter anderem von Henry Kissinger und Rupert Murdoch – es mit valider, dem Patientenwohl dienender Technologie aber nicht so genau nahm. Gruselig, wie dies so viele Jahre unentdeckt laufen konnte und Gründerin Elizabeth Holmes auch noch auf Forbes-Einflusslisten landen konnte, wenn sie so viele Leben durch ihre ungeprüften Verfahren gefährdete. Nicht nur für Wirtschaftsinteressierte spannend!

 

GEHÖRT

Jenny: Dies ist irgendwie nicht meine Kategorie. Daher habe ich nur folgendes beizutragen: Irgendwann hat auch mich das Podcastfieber gepackt. Wie bei vielem anderen bin ich auch hier etwas später dran als andere, aber besser spät als nie, richtig?

Annabelle: Darauf bezugnehmend ist es an dieser Stelle Zeit für eine Lobeshymne auf den besten Podcast der Welt, „Gemischtes Hack“ von Felix Lobrecht und Tommi Schmitt. Ich liebe es, wenn sich Intellekt und Verstand mit grottigem, schwarzem Humor, schlechten Witzen und Stumpfsinn paaren. Ich kann diesen Podcast nicht in der Öffentlichkeit hören, weil ich eigentlich die ganze Zeit lachen und den Kopf schütteln muss und das würden meine Mitmenschen wohl nicht verstehen. Dank Felix‘ Berliner Dialekt führt meine wöchentliche Portion Hack auch regelmäßig dazu, „dass ick och gleich erstmal wieder im Heimatmodus bin.“ (Wa, Jenny?) Meine Lieblingsfolge (nach der Aufnahme vom 1LIVE Podcastfestival, die es bei Youtube gibt) ist #55 Kaugummi im Gucci-Shirt. Die Folge beginnt mit einem Zitat von MoTrip feat. Lary: „Lass die andern sich verändern und bleib so wie du bist“ und die beiden kommentieren:

Felix: „Lass die andern sich verändern und bleib du einfach ein hängengebliebener Spast wie früher und geh immer noch auf’n Spielplatz saufen. Du bist fett? Nö, mach keinen Sport, lass die andern sich verändern und bleib einfach so wie du bist.“ 
Tommi: „Mach dein ganzes Leben einfach unbezahlte Praktika, dat reicht.“

Gemischtes Hack schafft auch die Art von witzigem Rassismus, die mir bei Filmen wie Monsieur Claude einfach fehlt. Als es darum geht, dass „alle Asiaten gleich aussehen“ und für Asiaten angeblich alle Europäer gleich aussehen, widerspricht Felix: „Man kann Weißen ja vieles vorwerfen, aber wir sind schon amazingly divers.“

Eine weitere Empfehlung hab ich in diesem Monat im Bereich Hörbuch, ich habe nämlich zufällig herausgefunden, dass Rainbow Rowells Jugendroman Eleanor & Park (2013) als Hörbuch auf Spotify verfügbar ist. Es ist die Geschichte zweier Teenager in den 1980ern in Nebraska, die sich erst nicht wirklich ausstehen können, dann aber über Comics und Musik gemeinsame Leidenschaften entdecken und sich näher kommen. Eine Welt fernab von Smartphones und Instagram, wo man für den Schwarm noch Mix-Tapes aufnimmt. Und der literarische Soundtrack mit The Smiths, Joy Division und co. ist wundervoll! 

Franzi: Da ich oft eher zu meinen alten Lieblingen zurückkehre, als neue Musik zu entdecken, kann ich leider nicht viel zu dieser Kategorie beitragen. Mein meistgehörter Song des Aprils war Drip Drip Drip von Tory Lanez.

Ansonsten gibt es dann passenderweise auch von mir eine Podcastempfehlung: Steingarts Morning Briefing, moderiert von Gabor Steingart, ist ein täglich erscheinender Podcast, der übersichtlich und nie zu trocken wichtige Neuigkeiten des Tages herausstellt. Dazu gehören jede Folge Interviews mit Experten zu den Themen – das sind meist hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft – und ein Überblick über die Ereignisse an der Wall Street. Ich nutze diesen Podcast gern, um mich mal eben in der Bahn up to date zu halten und habe dabei schon einige spannende Themen gefunden, mit denen ich mich dann weiterführend näher beschäftigt habe.

 

GESPEIST

Jenny: Im Phantasialand gab es echt leckeres Eis, dafür hat sich auch das Anstehen hinter der Schulklasse gelohnt. Nichts geht aber über das Eis im Eiscafé Zesch am See. Das ist next Level und nicht von dieser Welt. Wirklich! Und ich habe schon vieles an Eis probiert, ich bin quasi Eisexperte (abgesehen von der lieben Annabelle, natürlich).

Annabelle: My girl

Jenny: Nachdem ich mal wieder von Instagram gehyped wurde, schlimm, ich weiß, musste ich in Köln auch noch bei Royal Donuts vorbei schauen. Dort habe ich auch gleich zwei Boxen gekauft. Man gönnt sich ja sonst nichts. Unfassbar toller Service und super freundlich und gehen auf alle Sonderwünsche ein. Dicke Empfehlung! Wenn man in Köln ist, muss man dort vorbei schauen! Dunkin Donuts kann da nicht annähernd mithalten.

 

ERLEBT

Jenny: Wenn die Deutsche Bahn einen in einen Zug bucht, der nicht existiert, dann geht es aller Voraussicht nach nicht nach Hogwarts, sondern man landet in einer unbequemeren Zugverbindung, welche heillos überfüllt ist, man drölfmal umsteigen muss und zudem völlig unnötig eine Sitzplatzreservierung bezahlt hat.

So geschehen anlässlich des Besuchs bei Familienfreunden Anfang April in Leverkusen. Trotz des holprigen Abschlusses war es ein phänomenales Wochenende, in dessen Rahmen wir das Phantasialand in Brühl bei Köln besuchten und ich mich auf die FIBO in Köln wagte. Bei beidem war es für mich der zweite Besuch. Mein erster Besuch im Phantasialand liegt schon etwas länger zurück. Meine Erinnerungen bestanden daher nur aus der Achterbahn „Black Mamba“. Dieses Mal schrie ich jedoch nicht die ganze Zeit „Jesus“. Dies hatte meine damaligen Begleiter jedoch sehr unterhalten. Für mich ist das Phantasialand zusammen mit dem Heide Park einer des besten Freizeitparks. Die Preise sind natürlich nicht zu verachten, aber letztlich hat es sich wirklich gelohnt.

Nach 2018 war es zudem mein zweiter Besuch auf der FIBO. Man mag über diese ganze Fitnessszene nun halten, was man mag, ich finde es immer ein cooles und inspirierendes Event. Dieses Jahr hatte ich auch das Glück die Erfinder zweier Sportarten (Zumba und Breakletics) zu treffen und kurz mit diesen zu plaudern. Ich bin froh, dass ich dort war und auch wieder einiges probieren und absahnen konnte. Da schlägt mein Werbeopferherz doch immer höher. 😉

Franzi: In diesem Monat begann ich, mich ernsthaft auf meine zwei Drittversuche – eine Kombiklausur aus Kostenrechnung/ Buchführung und lineare Algebra – vorzubereiten. So gut wie jeden Tag nahm ich Übungsbücher zuhand, verlor mich in Formeln und hatte dabei aber auch solche Erfolgserlebnisse, dass ich motiviert weitermachte. Trotz all dem Stress, den dieses intensive Vorbereiten mit sich brachte, bin ich nun überzeugt, diese Prüfungen bestehen zu können. In zwei Monaten geht es los, und schon jetzt bin ich auf einem guten Wissens- und Zeitstand. Als ich heulend die Ergebnisse meiner Zweitversuche bekam, sah mein Denken noch ganz anders aus. Von daher steht der April für mich für Zuversicht, fürs Hürden überwinden. Nachhilfe nehme ich jetzt sogar auch noch. Da ich eigentlich Lernmuffel bin, erlaube ich mir angesichts dieser Tatsachen Stolz auf meine Leistungen bisher.

Mir blieb da neben Uni und Arbeit weniger Zeit für aufregende Trips und Erlebnisse. Ins Belantis und in den Zoo Leipzig habe ich es dennoch geschafft. Mit meiner hysterisch-ängstlich lachenden Mama Schiffsschaukel zu fahren (Zitat vorher: „Die ist gar nicht so schlimm, kannste mitfahren.“) bleibt mir natürlich besonders in Erinnerung. Aber auch generell fand ich es schön, mit meiner Familie zusammen mal wieder etwas zu unternehmen. Das dass Belantis nicht unbedingt ein Premiumpark ist, finde ich nicht so schlimm. Er ist nun mal der einzige größere in der Nähe von Dresden, und hat auch drei, vier Fahrgeschäfte die sich richtig lohnen.

Den Zoo in Leipzig kann ich hingegen uneingeschränkt empfehlen. Die Anlagen sind überdurchschnittlich weitläufig und mit Beschäftigungsangeboten für die Tiere ausgestattet – dies ist in Dresden leider an einigen Stellen absolut nicht der Fall, und dann fragt man sich wirklich, wie gut es den Tieren in ihren engen Gehegen gehen kann. Außerdem bietet der Zoo einige sehr seltene Tierarten (Seehunde, Nashörner, Nilpferde) und im Gondwanaland unter einer Kuppel einen riesigen Regenwald, mit freilaufenden Äffchen und Tropenklima. Was ich ebenso angetan las: Der Zoo nimmt auch gesellschaftliche Verantwortung  ernst, und setzt sich in etlichen Projekten, national wie international, für Artenschutz und Vielfalt ein. Für die vielen positiven Eindrücke lohnt sich dann auch das höhere Eintrittsgeld von 20 Euro pro Ticket.

Annabelle: Eins meiner persönlichen Highlights um Ostern ist immer wieder das Osterfeuer mit der ganzen Familie bei meinem Onkel im Garten. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr war es dieses Jahr nur eine Osterfeuerschale, dennoch „war’s mal wieder schön jewesen“. Als ich mich verabschiedete, bat mein Onkel um den obligatorischen „Scheidebecher“ – „gern“, sagte ich. „Anna, du bist leicht rumzukriegen, wie schön“, sagte er. Alle prosteten sich noch einmal mit dem selbstgemachten Eierlikör zu und mein 13-jähriger Großcousin sprach in sein iPhone: „Siri, was ist der Sinn des Lebens?“

2 Kommentare zu „April 2019: Monatsrückblick

  1. Was für einen spannenden und erfrischenden Blog den ihr hier gestartet habt!
    Gerade aus eurer Insider-perspektive wirken die Filmreviews authentisch und auch lustig.
    Eure einzelnen Monatsbeiträge sind aber wirklich laaaang 😀
    Ich muss als Studentin doch schon in der Uni so viel lesen 😉

    Grüße, Annika von
    https://jurastudentin.home.blog/

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