Fulda und die Päpstin

War schon einmal jemand von euch in Fulda? Ich zuvor auch nicht, jetzt schon. Mein kurzes Intermezzo lässt sich, wie sollte es auch anders sein, auf einen Musicalbesuch zurückführen. Das Erfolgsmusical Die Päpstin wird im Rahmen des Musicalsommers im Schlosstheater Fulda gezeigt. Und da weder mein Musicalbuddy noch ich dieses Musical nach dem Roman von Donna W. Cross bisher gesehen hatten, fuhren wir mit einer Übernachtung am heißesten Wochenende des Jahres ins hessische Fulda. Ich als originärer Wessi stieg aus dem Zug und stellte etwas zu überrascht fest, dass wir ja wieder im Westen wären, da ich Ampeln ohne Ampelmännchen vorfinden musste. Völlig ungewohnt. Ich vermisste meine Ampelmännchen. In der brütenden Hitze konnte uns das hügelige Fulda nicht sonderlich von sich überzeugen. In den wenigen Stunden, die wir dort verbrachten, hatten wir auch bereits alles Sehenswerte gesehen. Der Touristenguide ist nur wenige Seiten lang. Unsere Unterkunft war jedoch (bis auf seine Lage im Dachgeschoss) neu und modern.  Der Kern Fuldas ums Schloss herum ist allerdings wirklich schön gemacht und da Stadtfest war, war auch einiges los. Je weniger die Stadt uns beeindruckte, umso mehr tat es das Musical. Trotz des gesundheitlichen Fehlens der Originalpäpstin Sabrina Weckerlin wurden wir keineswegs enttäuscht. Die eingesprungene Isabel Trinkaus legte in der zweiten Hälfte des Stückes in ihrer Leistung ordentlich zu und überzeugte. Zu Beginn beäugten wir ihre Darbietung zunächst kritisch, da wir ursprünglich unbedingt Frau Weckerlin sehen wollten. Doch dieser Besetzungswechsel tat dem Ganzen keinen Abbruch. Obwohl der beste Musicaldarsteller der Welt, Mark Seibert (Fangirling!!!), seine Hauptdarstellerin im Duett leider an die Wand sang, harmonierten die beiden gut. Vielleicht kann ich auch keine allzu objektive Bewertung abgeben, da ich sobald Herr Seibert die Szenerie betreten hatte, leicht abgelenkt war. Wahrscheinlich hätte das Stück unterirdisch sein können, der Besuch hätte sich für mich allein zum Anschmachten gelohnt. Meine Begleitung jedenfalls amüsierte dies königlich. Nichtsdestotrotz überzeugten Stück und Besetzung absolut. Abstriche gibt es allerdings für Stellen, an denen Komik schon ins Lächerliche abdriftete und nicht sonderlich gut zum Thema des Musicals passte. Die leisen und bedeutsamen Töne überzeugten dafür umso mehr. Insgesamt ist Die Päpstin von Spotlight Musicals ein solides Musical, schafft es aber nicht an die ganz großen Favoriten heran. Für einen echten Musicalfan aber definitiv ein Muss und sehenswert!

Das Schlosstheater Fulda
Mark Seibert als Gerold (offizielles Foto, da Fotografieren beim Musical nicht erlaubt ist)
Der Dom in Fulda

Ein Kommentar zu „Fulda und die Päpstin

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