Juni 2019: Monatsrückblick

Die „großen“ Filmstarts im Juni waren X-Men: Dark Phoenix, Men in Black – International und Pets 2. Das ist also dieses Sommerloch, von dem in der Politik immer berichtet wird. Dieses hat scheinbar auch die Blogger erreicht. Beim Schreiben dieser Review fiel erst einmal auf, wie unfassbar schnell und ereignislos der Juni verstrichen ist. Dennoch haben wir wieder fleißig Augen und Ohren offen gehalten und einige überraschende Entdeckungen gemacht um etwas zum Besten zu geben. Film ab!

GESEHEN

Im Kino

Tolkien (2019)

Franzi: Leider hat dieser Film mit Mittelerde und Hobbits nicht viel zu tun, vielmehr handelt es sich um eine recht konventionell erzählte Collegegeschichte, thematisch kreiselnd um Liebe und Freundschaft. Positiv herauszuheben ist jedoch die Bildsprache, wann immer Szenen um Tolkiens Dienst im Ersten Weltkrieg zu sehen sind. Dann legt sich über das blutige Grauen immer mal wieder ein Nebel, durch den man Ringgeister und Co erahnen kann, und man fasst plötzlich, was dieser Mann mit seiner Fantasie in der Welt verändern konnte. Dennoch lieber zum zehnten Mal die Herr der Ringe- Trilogie schauen, oder eine Doku zum Autor gucken – dieser Film hat meiner Meinung nach nicht genug zu bieten.

Annabelle: Da ich nicht der große Herr der Ringe-Fan bin, habe ich in diesem Film gar nichts vermisst und fand ihn rundum total schön. Es geht weniger um Tolkien als Schriftsteller (was sicher auch interessant gewesen wäre), sondern um die Sozialisierung eines Jungen, der früh seine Eltern verloren hat und sich von da an immer irgendwie durchkämpfen muss, anders als seine privilegierten, aus wohlhabenden Familien stammenden Freunde. Und dann kommt der grausame Erste Weltkrieg, der sich wie eine Zäsur auf das Leben der jungen Männer auswirkt. Die Arwen-gleiche Lily Collins in der Rolle der späteren Ehefrau Edith hat mich übrigens am meisten geflasht.

Rocketman (2019)

Franzi: Um direkt das Offensichtliche anzusprechen: Der Bohemian Rhapsody-Vergleich ist da, schließlich handelt es sich hier um zwei Künstlerbiografien mit ähnlichen Themen in kurzer Zeit. Und in diesem Vergleich schneidet Rocketman ziemlich kläglich ab: Nicht so berührend, nicht so mutig, nicht so mitreißend. Die Entscheidung, die Songs von Elton John eher im Stile von Musicalnummern in die Handlung einzubinden, fand ich gelungen, und Taron Egerton überzeugt in der Titelrolle mit glaubwürdigem Schauspiel. Aber so richtig gezündet hat der Film bei mir nicht, und auch die Musik blieb mir dadurch nicht lange im Ohr. Daher würde ich eine Sehempfehlung tatsächlich nur eingeschränkt geben.

Jenny: Schillernd bunt und doch so kaputt. Elton John. Für die Welt stets mit aufgesetzter Maske. Prächtig dargestellt von Taron Egerton. Wie kein Reichtum der Welt fehlende Liebe wett machen kann. Wie letztlich kein anderer einen erretten kann außer man selbst. Wie man selbst Heilung finden muss bevor man wahre Liebe haben kann. Hervorragende Unterhaltung. Schauspielerisch und künstlerisch phantastisch. Definitiv sehenswert. Empfehlung in OV!

Long Shot (2019)

Franzi: Die Beziehungskomödie um Seth Rogen und Charlize Theron spielt ein ziemlich nerviges Klischee durch: Der dickliche „Versager“, der die Frau kriegt, die nicht nur klug und begabt, sondern natürlich auch wahnsinnig attraktiv ist. Trotzdem geht man aus dem Film mit Lächeln und gutem Gefühl im Bauch: Man will, dass dieses Pärchen zusammenfindet und muss nie mit den Augen rollen wegen zu viel Kitsch. Dafür sorgen unter anderem auch einige derbe Gags, die mir persönlich aber auch nie zu stumpf wurden. Liegt aber vielleicht auch daran, dass Seth Rogen eigentlich immer bei mir punkten kann!

Drei Schritte zu dir (2019)

Annabelle: (Spoiler!) Ein Film à la Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Und nicht schlecht gemacht. Aber hier geht’s mir doch eindeutig viel zu kitschig-dramatisch ab. Mir ist klar, dass Filme nicht die Aufgabe übernehmen, die Realität abzubilden. Aber wie unrealistisch ist denn dieses Szenario: Sie wacht auf nach einer Lungentransplantation(!!!), hat noch die Beatmungsschläuche im Hals stecken, der Typ, in den sie total verliebt ist, bringt irgendeine total romantische Aktion mit Lichtern vor ihrem Fenster und macht dann am Telefon Schluss, und sie soll doch bitte mal die Augen schließen, denn er könne sonst nicht gehen. Und hinter ihr stehen Eltern, Freunde und Ärzte, die mitgeholfen haben diese kitschige Schlussmach-Aktion vorzubereiten. Also dazu fällt mir nur ein: WTF?? (Ich hätte mir wahrscheinlich den Beatmungsschlauch rausgezogen und ihn gefragt ob er behindert ist?)

Jenny: Als Liebhaber von Filmen, welche eine emotionale Achterbahnfahrt garantieren, stand Drei Schritte zu dir bei mir natürlich hoch im Kurs. Stella und Will haben beide eine chronische Lungenkrankheit und lernen sich im Rahmen ihrer Behandlung im Krankenhaus kennen und lieben. Allerdings dürfen sie sich nie näher als vier Schritte kommen, um dem anderen mit den eigenen Bakterien keinen Schaden zuzufügen. Sie können sich niemals berühren oder küssen. Nichtsdestotrotz kämpfen Will und Stella um ihre Liebe, was unfassbar schwierig anzusehen ist, da der zwingende Abstand einen traurig und wütend zugleich macht. Als Zuschauer  kann man die konkreten Einschränkungen der Patienten zwar nur grob nachvollziehen, auch wenn die jungen Darsteller dies gut vermitteln, trotzdem weckt der Film ein beklemmendes Gefühl. Diese Art von Film führt bei mir zudem immer dazu, dass ich das Gefühl habe, nicht genug Zeit zu haben, dass das Leben zu kurz ist für sinnlose und stupide Kleinigkeiten. Man bemerkt es schon, ein sehr emotionaler Film. Trotz allem finde ich ihn nicht kitschig oder schnulzig. Jedoch finde ich ihn „härter“ als Das Schicksal ist ein mieser Verräter, da in diesem die Hauptfiguren ihre Liebe leben können. In Drei Schritte könnte es jederzeit ihren Tod bedeuten. Insgesamt ist der Film für mich definitiv eine klare Empfehlung. Ich liebe solche tragischen Geschichten und hoffe, wider besserer Vernunft, auch immer auf ein Happy End. Der Film hinterließ mich damit, dass ich zu Annabelle nur „harter Tobak“ meinte und mir für Weiteres die Worte fehlten. Ich musste mich erst einmal sammeln.

X-Men: Dark Phoenix (2019)

Jenny: Nachdem nach weniger erfolgreichen Filmen in der Zeit davor mit X-Men mehr Besucher in den Kinos erwartet wurden, überraschte es, dass dies letztlich nicht der Fall war. Zuschauer für diesen Film kamen eher sporadisch. Umso geringer waren meine eigenen Erwartungen an den Film. Im Nachgang kann ich sagen, dass der ausgebliebene Hype wahrscheinlich nicht unbedingt am Film selbst lag. Schauspielerisch überzeugte Hauptdarstellerin Sophie Turner mit einer zerrissenen Jean Grey. Die meisten ihrer Kollegen (und davon gab es irgendwie ziemlich viele, Stichwort: Charakterüberschuss!) verkamen eher zu Randfiguren. Selbst James McAvoy und Michael Fassbender wirkten wie Komparsen. Einzig Jennifer Lawrence fiel auf und blieb im Gedächtnis. Dark Phoenix ist ein guter Charakter, aber erinnert allein von den Kräften her zu sehr an Captain Marvel, welche in den vergangenen Monaten zweimal über die Leinwand flog. Dies schmälerte sicherlich auch die Besuchszahlen von X-Men. „Nicht noch ein Superheldenfilm“ mag sich der ein oder andere gedacht haben. Und auch wenn der Film nicht grottig oder lahm ist, so wirkt er doch wie schon hundertmal gesehen.

Pets 2 (2019)

Jenny: Der Nachfolger zum geheimen Leben der Haustiere watet mit dem gleichen Witz und Charme auf wie der erste Teil. Erneut nehmen uns die süßen und knuffigen Haustiere in ihre Welt mit und machen es möglich, völlig im Geschehen abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. So ein Animationsfilm erweckt immer das Gefühl, die Welt ist in Ordnung. Auch in 3D lohnt er sich definitiv. Die runde und schöne Story macht es zu einem perfekten Kinderfilm für die ganze Familie. Man kann an so vielen Stellen herzhaft lachen, auch wenn manches absurd lächerlich ist, passt es ins Gesamtkonzept und fügt sich hervorragend ein. Die Petsfilme sind absolute Erstklasse an Kinderfilmen und mehr als sehenswert. Man muss hier aber nicht noch einmal den ersten gesehen haben, um den zweiten zu verstehen.

Serien, das bessere Kino?

Dark (Staffel 1)

Franzi: Da kann ich auch endlich mal was zum Serienteil beitragen, und das obwohl ich so selten mal die Konzentration für eine ganze Staffel finde. Die deutsche Netflix-Produktion Dark hat mich jedoch so sehr in seinen ganz eigenen Bann gezogen, dass ich kurz vorm Veröffentlichen der zweiten Staffel die gesamte erste durchgesuchtet habe. Dark beginnt mit einigen gruseligen Episoden, doch bald zieht sich eine Handlungslinie durch die Wirren der verschiedenen Szenen und dann kann man die Serie auch endlich ohne Angst im Dunkeln gucken. Neben Science Fiction und Thriller-Elementen geht es auch intensivst um menschliche Beziehungen und Charakterentwicklungen, um Trauer und Liebe. Aber eben auch um das Abgehängtsein in irgendeinem unbedeutenden, deutschen Kaff, um verschwindende Kinder, Atomkraftwerke und Kiefernwälder. Ich freue mich schon, dann im Juli die zweite Staffel in Angriff zu nehmen!

GELESEN

Franzi: Obwohl ich in diesem Monat sogar etliche Bücher gelesen habe, habe ich zu keinem davon viel zu erzählen. Zur Unterhaltung würde ich aber alle empfehlen, daher nur eine kleine Nennung:

Nenn mich November (2018) von Kathrin Gerlof, ein Roman über ein kleines deutsches Dorf, in das zwei insolvente Großstädter ziehen und in dem ein angekündigtes Flüchtlingsheim für Trubel sorgt.

Normal People (2018) von Sally Rooney, eine sehr schöne Liebesgeschichte über Jahrzehnte erzählt und dabei mit sehr realitätsnahen Charakteren ausgestattet.

Feel Free (2018) von Zadie Smith, ein mal mehr, mal weniger inspirierender Essayband, von Jay-Z und Stand-Up-Comedy hin zu Literaturkritiken und dem Brexit.

Jenny: Jojo Moyes: Still Me (2018)

Das dritte Buch über Louisa Clarke aus „Ein ganzes halbes Jahr“. In diesem zieht Lou zum ersten Mal ans andere Ende der Welt. Von England nach New York, um sich dort um die depressive Ehefrau eines sehr reichen Mannes zu kümmern. Damit knüpft sie an ihren ersten  „Job“ bei Will an und lernt ganz neue Seiten des Lebens kennen, denn scheinbar hat besagte Frau (Agnes) eigentlich alles. Dass auch dies nur Fassade ist, wird dem Leser schnell klar. Und auch Lou selbst kommt nicht zur Ruhe. Wieder einmal überzeugt Jojo Moyes mit ihrem frischen und charmanten Schreibstil aus der Sicht von Lou. Diese hat zudem seit dem ersten Buch einiges an Selbstbewusstsein und Nonchalance gewonnen, zeigt aber zuweilen Züge ihrer alten und niedlichen Unsicherheit. Dies holt den Leser wieder ab und auch nach einiger Zeit sofort in Lous Welt zurück. Menschen wachsen und verändern sich und bleiben doch irgendwo sie selbst.Leider habe ich das Buch innerhalb eines Monats auch bei knapp 500 Seiten nicht beendet bekommen. Schande über mich! Eine Freundin hat allein in ihrem Urlaub 6 (!) Bücher gelesen. Das Buch selbst hat nicht einmal schuld, denn wenn ich einmal dran sitze, würde ich am liebsten nie aufhören. Aber es fällt mir schwer es in die Hand zu nehmen, ich nehme mir nicht die Ruhe und die Zeit zum Lesen. Sehr traurig eigentlich.

Annabelle: Niccolò Ammaniti: Anna (2018)

Sizilien im Jahr 2020: Alle Erwachsenen sind an einem Virus gestorben, die Welt gehört den Kindern. Und das bedeutet Chaos, Verwüstung und Verzweiflung. Der Strom ist weg, die Nahrungsmittel sind knapp und es herrschen Bandenkriege. Die 13-jährige Anna und ihr kleiner Bruder machen sich auf den Weg zum Festland – in der Hoffnung, dass dort wieder alles beim Alten ist und man die Insel einfach vergessen habe. Eine packende Geschichte und ein weiteres Buch auf meinem Lieblings-Weltuntergangs-Romane-Stapel. Es hat mir auch mal wieder vor Augen geführt, wie absurd eigentlich das Konstrukt „Geld“ ist, dem viele Menschen so viel ihrer Lebenszeit widmen. Von einer Sekunde auf die andere kann die soziale Ordnung unserer Welt außer Kraft gesetzt sein und dann sind unsere 100€-Scheine nicht mal mehr als Schmierpapier gut, während schöne Kindheitserinnerungen, eine Anleitung der Mutter wie man überlebt oder auch ein Snickers-Riegel Gold wert sind.

GEHÖRT

Franzi: Jetzt bin auch ich bei dem hippen Scheiß von 2018 angekommen, und habe Billie Eilish entdeckt. Eine für ihr Alter bewundernswert ausgereifte Persönlichkeit, die mit ihren Songs eingängigen Pop macht, diesen aber durch Disharmonien und unerwartete Momente immer wieder bricht. Besonders die Singleauskopplung „Bad Guy“ haben mein Freund und ich sehr oft sehr laut sehr bassig im Auto abgespielt.

Annabelle: Ich hab endlich mal ein paar Folgen des Podcasts Zeit Verbrechen gehört und find’s total spannend. Aber: Nichts zum Einschlafen! Außerdem habe ich den brandneuen Podcast Paardiologie von Charlotte Roche und ihrem Mann Martin Keß für mich entdeckt. Offen, reflektiert und schonungslos ehrlich wagen die beiden eine Art öffentliche Paartherapie, unterhaltsam und tiefgründig zugleich. „Wir wollen keinen Fake machen“, sagt Charlotte und ich kaufe ihr das total ab. Absolute Empfehlung, nicht nur für Menschen in Langzeitbeziehungen.

Jenny: Der Podcast „Schwarzes Konfetti“. Ich habe zwar bisher nur eine Folge gehört, aber I like! Obwohl die beiden Mädels etwas älter sind, treffen sie Themen, die mich auch umtreiben. Generell geht es um Alltägliches und gesellschaftliche Fragen. Sollte man mal reingehört haben.

GESPEIST

Franzi: Foodhighlight des Juni kam tatsächlich von einem Lieferdienst, vom Stückwerk in Dresden. Ich mag die Kette schon länger, da es mit vielen für einen Lieferservice eher untypischen Gerichten aufwartet, und gefühlt für jedes klassische Gericht noch mal einen aufwertenden Twist bietet (Caprese Pizza gibt es hier zum Beispiel mit Balsamico und Pinienkernen im Teig!). Lobend hervorzuheben ist aber ein Aktionsprodukt, die „Tokio Bowl“: Ganz viel Grillgemüse, Granatapfelkerne und ein supergutes Sesam-Erdnussdressing auf Quinoa und Räuchertofu. Ist schon für die Zukunft zum Nachkochen gemerkt.

Jenny: Jenny, du hast diesen Monat nichts Besonderes gespeist?!? Unerhört! You had one job! Zum Glück hat Franzi etwas beizutragen und mir zudem gleich das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. 😉

ERLEBT

Franzi: Immer wieder schön: Wandern in der Sächsischen Schweiz. Diesen Monat hab ich das rund um den Kuhstall und den Lichtenhainer Wasserfall getan, und mich darüber gefreut, dass der Großteil der Wege dort von Bäumen überwachsen ist. Kein Sonnenbrand! Den habe ich mir dann natürlich trotzdem irgendwann geholt, bei einem der zahlreichen Freibadausflüge, die ich zwischen meine Prüfungsvorbereitung geklemmt habe. Ich habe da die für mich optimale Kombi entdeckt: Erst Stunden produktiv in der Bibo setzen, und dann mit zwei Stunden Schwimmen den Kopf wieder runterkühlen.

Am Ende des Junis war ich noch bei einer Aufführung des Schauspielensembles im Staatsschauspiel Dresden, Der Untertan von Heinrich Mann stand auf dem Programm. Es war wirklich beeindruckend, wie das Stück den Charakter Diederich Hessling in seiner absurden, autoritären, manischen Art zu fassen bekommen hat. Dabei half vor allem der Einsatz einer kindsgroßen Diederich-Marionette, die seinen inneren Gefühlen Worte verlieh und dabei immer wieder das Unsagbare auf die Bühne brachte. Den Darstellern zuzuschauen war ein Genuss, und trotz über drei Stunden Spielzeit und meinerseits einer leichten Erschöpfung, da ich direkt vom Kinoarbeiten ins Theater hinüber ging, war ich absolut nie gelangweilt. Für mich ebenfalls ein ultimativ gutes Zeichen: Ich habe jetzt Lust bekommen, auch das Buch zu lesen.

Jenny: Bei mir gab es das Musical „Die Päpstin“ in Fulda zu sehen, Ausführlicheres hier.

DINGE, DIE MAL GESAGT WERDEN MÜSSEN

Jenny: Umso ereignisloser der Juni anmutet, so hat er mir doch einiges wieder einmal bewusst gemacht. Und hierbei vor allem das letzte Wochenende. Nach einer Mitarbeiterfeier und wenig Schlaf stieg ich mit meiner Freundin in den Zug nach Fulda. Natürlich mit Energy (und vielleicht auch Sekt) im Gepäck und einem großen Kaffee in der Hand (meine Freunde kennen mich). Für ein paar Stunden ging es aus dem Alltag hinaus und rein in schöne Erinnerungen (Stichwort: Marmeladenglasmomente!). Und genau dies ist so kostbar. Es muss kein riesen All-Inklusive-Urlaub mit jeglichem Tamtam sein. Es reichen Erlebnisse mit den richtigen Menschen, egal wie kurzweilig diese sein mögen. Und der Zeitpunkt dafür ist: Jederzeit! Nicht irgendwann, nicht in drei Monaten, nicht in den Semesterferien und nicht nächstes Jahr. Denn irgendwann ist irgendwann einmal zu spät. Es wird nie der richtige, perfekte Zeitpunkt existieren, egal worum es geht. Wir sterben. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Und so klischeehaft es auch anmuten mag, diese Gedankengänge sind umso präsenter bei Filmen wie Drei Schritte zu dir. Das Leben wartet nicht, es findet jetzt statt. Das soll nicht heißen, dass jeder jetzt sein Studium beenden, seinen Job kündigen und sämtliche Verpflichtungen über Bord werfen soll. Nein, es soll heißen, dass jeder Tag die Chance beinhaltet einfach ein bisschen mehr zu leben. Das Leben will erlebt und gelebt werden, nicht abgesessen. Also tu es, sei mutig und lebe! An dieser Stelle passt nichts besser als ein Zitat aus meiner heiß geliebten und vielfach erwähnten Suchtserie (Luftröhrenschnitt ahoi!) Grey’s Anatomy:

AUSBLICK

Annabelle: Im Juli erwarten uns unterschiedlichste Filmstarts, besonders freue ich mich auf Traumfabrik, die erste Eigenproduktion des Studio Babelsberg seit mehr als 20 Jahren. Plot und Setting sind einigermaßen „typisch deutsch“, eine Liebesgeschichte die sich im Zuge der innerdeutschen Grenzschließung 1961 verdramatisiert. Mit Spider-Man – Far from Home erleben Marvel-Fans ab Juli eine Welt nach dem Ende von Avengers: Endgame. Ein Fall für unsere Superhelden-Korrespondentin Jenny? (Anmerkung Jenny: bisher bin ich bei Spiderman irgendwie raus. Habe seit den Zeiten von Toby McGuire keinen mehr gesehen. We will see.) Interessant klingt auch der Dokumentarfilm Apollo 11, der seit 50 Jahren vorbereitet wird und aus 11 000 Stunden Filmmaterial entstanden ist. Mit Yesterday startet ein Film der (nachdem wir jetzt ja schon Queen und Elton John ins Kino geholt haben) die Songs der Beatles feiert. Diesmal jedoch nicht als Künstlerbiographie, sondern ein wenig Fantasy-mäßig: ein junger, erfolgloser Musiker wacht eines morgens auf und kein Mensch kann sich daran erinnern, dass es die Beatles je gegeben hat… außer ihm. Wir dürfen gespannt sein. Mit dem Start der wunderbaren Filmnächte am Elbufer Ende Juni kommen wir vielleicht auch noch einmal auf ein paar Filme zurück, über die wir schon gesprochen haben. Für mich steht etwa am Sonntag Der Fall Collini auf dem Programm. Unbedingt will ich mir dort am Elbufer auch noch einmal Bohemian Rhapsody ansehen, aber bis dahin ist noch Zeit.

Ach ja:

Ein Kommentar zu „Juni 2019: Monatsrückblick

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