November 2019: Monatsrückblick

Der vorletzte Monats des Jahres 2019. Wo ist nur die Zeit geblieben? Langsam muss man Weihnachtsgeschenke besorgen, Pläne für Silvester schmieden und ist ständig unter Strom. Überall eröffnen die Weihnachtsmärkte, Lichter werden aufgehangen und das Dekorieren für die sogenannte besinnliche Zeit beginnt. Die Adventskalender stehen bereit, der Dezember als Weihnachtsmonat kann kommen. Cineastisch war uns bereits im Vorfeld klar, dass der November nur einen Kracher, nämlich Disney’s Eiskönigin 2, zu bieten hat. Wenn man bedenkt, dass Disney dann im Dezember Star Wars bringt und auch schon König der Löwen und Maleficent 2 als Kinohighlights hatte, so könnte man fast von einem Disneyjahr sprechen. Die Eiskönigin 2 hat zumindest bei uns im Kino dafür gesorgt, dass wir unseren Besucherrekord knacken. Brace yourself, Winter is coming 😉

Gesehen

Im Kino

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Das perfekte Geheimnis

Jenny: Was zunächst nur als oberflächliche und unterhaltsame deutsche Komödie mit namhaften Schauspielern anmutet, hat letztlich eine tiefgründige Message. Ich habe Tränen gelacht. Die Gags und Sprüche waren hervorragend. Der Film greift aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen (immer erreichbar, unser Handy weiß alles, Paare ohne Trauschein) auf und bringt sämtliche Konstellationen realistisch rüber. Definitiv ein Filmgarant für einen lustigen Abend.

Annabelle: Meiner Meinung nach ein sehr guter Film zum herzhaft Lachen, nicht mehr und nicht weniger.

Last Christmas

Jenny: Auch wenn der Filmstart im November etwas früh anmutete, wussten wir nach dem Schauen auch warum. So weihnachtlich wie der Titel vermuten lässt, war es letztlich gar nicht. Der Film war niedlich gemacht, aber nichts Besonderes. Er hat die schöne Message „das Leben ist ein Geschenk“. Dennoch kein Film, den man im Kino gesehen haben müsste. Mich sprachen vielmehr die Drehorte an, da es im wunderschönen London spielt und ich kurz zuvor erst dort war. Ansonsten eher unspektakulär.

Annabelle: Die Hauptdarstellerin Emilia Clarke finde ich grandios und die Figur, die sie darstellt, ist meiner Meinung nach das Interessanteste an diesem Film. Das Chaos, in dem sie lebt, kennen viele in unserem Alter. Ihre Charakerentwicklung ist vorhersehbar, aber doch ergreifend.

Franzi: Gar nicht mal so kitschig wie Filmposter und Trailer anmuten lassen, hat Last Christmas mich gut unterhalten. Wenn man 23 Uhr die Spätvorstellung ohne Müdigkeitsanzeichen durchhält, spricht das definitv für den Entertainmentfaktor des Films! Positiv fiel mir vor allem die nahbare Protagonistin auf, die ganz romantic-comedy-untypisch durchaus wie ein ganz realer Mensch wirkt. Die Szenen in dem Weihnachtsladen, in dem sie arbeitet und unter anderem festlich glitzernde Affenstatuen verkauft, fand ich besonders atmosphärisch und weihnachtlich stimmend. Ebenso wie die Botschaft, die der Film in einigen Nebenplots vermittelt: Nächstenliebe, gegenseitiges Füreinanderdasein et cetera. Schade nur, dass die Liebesbeziehung nicht nur langweilig und zum Rest des Films unpassend anmutet, sondern auch noch etwas dürftig aufgelöst wird.

Frozen 2 – Die Eiskönigin 2

Jenny: Mein Highlight des Monats. Ich habe gelacht, geweint, wollte mitsingen und war ergriffen. Auch mit dem zweiten Teil hat Disney wieder ein Meisterwerk hingelegt. Fortsetzungen vermögen oftmals nicht an den ersten Teil heran zu kommen. Hier ist es anders, es geht nahtlos über. Und als ich dann noch gehört habe, dass eine der Topmusicaldarstellerinnen Deutschlands, Sabrina Weckerlin, einen Part übernommen hat, war großes Gefühl garantiert. Olaf der Schneemann ist wieder unfassbar unterhaltsam und sorgt für so manchen Brüller. Die Zeit in diesen Film zu gehen ist ohne Frage bestens investiert. Nicht nur für Kinder! Vor allem auch in 3D wärmstens zu empfehlen. Hier lohnt sich die Dreidimensionalität absolut.

Sofasichtungen



Franzi:

Juliet Naked (2018)

Ein ganz ruhig inszenierter Liebesfilm der etwas anderen Art: Man folgt dem unglücklichen Pärchen Duncan und Annie zunächst in ihrer von gegenseitiger Passiv-Aggressivität geprägten Beziehung, primär verursacht durch den überzogenen Fankult des Ehemannes um den längst in Vergessenheit geratenen Songwriter Tucker Crowe. Schließlich übernimmt ebendieser eine ganz besondere Rolle im Leben der frustrierten Annie. Das klingt schon vorhersehbar, und das ist es auch. Aber eben auf eine so fluffige, stellenweise wirklich witzige Art, dass man sich trotzdem die ganze Laufzeit nicht langweilt. Ich mochte die Bilder Englands, die kuriosen Eigenarten der Charaktere, die wirklich tolle Beatles-Coverversion von Ethan Hawke als Crowe, die extrem sympathische Hauptdarstellerin. Ganz unerwartet kam für mich, dass ich diesen kleinen Film so sehr mögen würde und definitiv nochmal rewatchen werde!

The Ballad of Buster Scruggs (2018)

Netflixproduktion mit etlichen Oscarnominierungen, von den Coen-Brüdern gedreht und geschrieben. Da war mein Interesse schon am ersten Veröffentlichungstag geweckt, doch erst jetzt fand ich die Muße, mir den Western, der sechs verschiedene Kurzgeschichten erzählt, anzusehen. So wie man das bei episodischen Filmen vermuten kann, sind einige Abschnitte mehr, andere weniger fesselnd. Neben einer wunderbar naturverbundenen, schließlich sogar actiongeladenen Goldwasch-Episode steht leider auch eine dröge, sich ewig dahinziehende rund um die Ausreise gen US-Westen. Und man bekommt selbstverständlich auch Revolverduelle, Indianerhorden, Saloons mit Kartenspiel und Alkohol…Ein bisschen viel Kulisse, um wenig Handlung, würde ich alles in allem urteilen.

Brittany Runs A Marathon (2019)

Im Zeitalter der Selbstoptimierung passt so ein Thema natürlich ideal zu einer US-Komödie: Brittany will sportlich werden, zunächst um abzunehmen, dann weil sie ein Ziel findet, dass sie durchs Leben leitet und erfüllt. An sich sind viele Szenen interessant, auch Themen wie toxische Freundschaften und verzerrte Selbstwahrnehmung werden angesprochen. Aber leider konnte ich mit Brittany nicht warm werden, sie handelte teils so abstrus und konstruiert, dass jegliche Sympathie verloren ging. Darüberhinaus kann man sich über so einige Motive des Film streiten: Erst nach ihrer Abnahme findet sie ihr Selbstbewusstsein wieder, kann eine Beziehung eingehen… Es wird sich zwar Mühe gegeben, dass alles psychologisch zu begründen, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt. Ich würde den grellen, nicht wirklich lustigen Film auch vom Unterhaltungwert nur eingeschränkt empfehlen.

Gelesen

Annabelle:

Isabel Allende: Das Geisterhaus (1982)

Du hast viel zu tun, also hör auf, dich zu bemitleiden, trink Wasser und fang an zu schreiben […].

Ich liebe die Serie Jane the Virgin und die Hauptfigur Jane vergöttert die chilenische Autorin Isabel Allende, vor allem deren Roman Das Geisterhaus. Natürlich lag dieser daher schon längst auf meinem Stapel ungelesener Bücher und nun bin ich endlich dazu gekommen, mir die Zeit für dieses Stück Weltliteratur zu nehmen. Das Buch ist – wie die meisten Familienromane – eng mit der Geschichte eines bestimmten Landes verknüpft. Hier geht es um die politischen Geschehnisse in Chile im 20. Jahrhundert, die Machtübernahme der Linken, die Präsidentschaft Salvador Allendes und den Militärputsch 1973. All das wird verknüpft mit der Familie Esteban Truebas und einer Reihe unterschiedlicher, dramatischer Einzelschicksale. Ich konnte es nicht aus der Hand legen!

Ingeborg Bachmann: Malina (1971)

Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir […].

Bachmann war eine der großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, Lyrikpopstar, feministische Ikone, Teil der legendären „Gruppe 47“, Gefährtin berühmter deutschsprachiger Autoren aber sie war auch eine Suchtkranke, eine ewig Suchende, nie Ankommende und ist mit 47 Jahren viel zu jung verstorben. Ihr bewegtes Leben spiegelt sich in ihrem Roman Malina permanent wider, auch wenn es keine Autobiographie ist. Ich würde sagen es ist kein Roman der besonders viel erzählt, eher ein Text über das Innerste eines Menschen, die Psyche und das Seelische.

Franzi:

Liane Moriarty: Neun Fremde (2019)

Ein Buchhybrid aus Psychothriller und Charakterstudie, der Bezug auf den Wellness-Esoterik-Hype der Moderne nimmt, sich dem Wunsch nach innerer Reinigung und Neuerfindung annimmt. Neun Fremde nehmen an einem zehntägigen Workshop im Tranquillum House – Resort teil, der innere Heilung und Ruhe und eine ganz neue Art zu leben verspricht. Doch, und das ist recht unüberraschend konstruiert, kommt es immer wieder zu merkwürdigen Ereignissen und das Resort wählt äußerst unkoventionelle Behandlungsmethoden. Da ich mich für diese ganzen Themen interessiere, war ich auch bei der Lektüre von den Kapiteln, in denen es vor allem um die Behandlung geht, angetan. Leider ist das 500 Seiten dicke Buch auch voller oft nichtssagender Backstories der neun Charaktere, und wurde mir besonders zum Ende hin etwas zu abgespact. Mehr will ich nicht verraten. Da Neun Fremde an sich gut geschrieben und originell genug ist, würde ich es schon einigen als Lesetipp geben, nur meinen Geschmack konnte der wild durchmischte Roman leider nicht treffen.

Erlebt

Jenny: Ich war Anfang November auf dem Konzert von Madeline Juno und es war atemberaubend. Wenig Künstler vermögen besser zu klingen als auf der Aufnahme. Madeline tut es. Ich würde sie ferner als Ausnahmetalent der deutschen Musikszene bezeichnen. Trotzdem ist sie noch unterschätzt und verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Sie spielt mit Texten und Sprache wie kaum jemand anderes und verbreitet damit eine ganz eigene Atmosphäre. Gänsehaut pur.

Ansonsten kann ich noch von einem wieder einmal wunderschönen Aufenthalt in London berichten. Look right here!

Und wir Poeten hatten einen tollen Glühweinabend bei Franzi mit gutem Essen, Poesie und viel Spaß. Definitiv zu wiederholen. #qualitytime

Annabelle: Auch ich war im November wieder auf Reisen, diesmal ging es im VW Bus nach Italien auf der Suche nach den letzten Sonnenstrahlen. Bericht folgt in Kürze!

Franzi: An dieser Stelle möchte ich kurz von meinem persönlichen Weihnachtsauftakt schwärmen: Am 30. November verschlug es mich in Familie in das Fachwerkstädtchen Quedlinburg. Nachdem ich erst im Rahmen meines Deutschlandtrip-Jahresurlaubs im September dort verweilte, wollte ich gleich nochmal hin, zum Advent in den Höfen. An den drei Adventswochenenden öffnen sich die sonst verschlossen Hinterhöfe der verwinkelten, historischen Stadt, und an thematisch sehr vielfältigen Ständen gibt es viel zu bestaunen und vor allem zu schlemmen. Schön fand ich besonders den Fokus der Märkte auf Handwerk und Kunst. Kleine Händler und Manufakturen gab es hier fast ausschließlich, nirgends konnte ich den sonst so obligatorischen Nicer Dicer – TV-Werbungsstand entdecken. Einen ganz tollen letzten Novembertag hatten wir, in romantischer, einmaliger Kulisse. Und soviel verschiedene Leckereien habe ich mir schon lange nicht mehr gegönnt!

Ausblick

Der Dezember steht vor der Tür. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Die Tage werden wie zu jeder Vorweihnachtszeit nur so rasen. Weihnachtsmarktbesuche, Plätzchen und der ein oder andere Glühwein stehen auf dem Programm. Machen wir uns nichts vor, Star Wars – der Aufstieg Skywalkers (19.12.) könnte Avengers 2.0 für dieses Jahr werden. Ansonsten kommt endlich, wie von Fans lang erwartet, eine Fortsetzung von Jumanji (12.12.) in die Kinos. An der Musicalverfilmung von Cats (25.12.) scheiden sich die Geister. Jenny als Musicalfan wird sich diesen Film aber sicher nicht entgehen lassen. Mit der Buchverfilmung Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (25.12.) kommt mal wieder ein Film zur deutschen Geschichte. Dieses Buch musste Jenny damals schon in der Schule lesen (7. oder 8. Klasse) und es war wirklich bewegend. Der Trailer des Films wirkt bereits vielversprechend. Wir können uns also auf einen spannenden Dezember zum Abschluss des Jahres freuen.

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